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Babylon – Das Tor Gottes

Heft 37 (3/2005)

Die prächtige Stadt Babylon, die von den Weltwundern der Antike allein zwei beherbergte, hat für die Bibel eine immense Bedeutung. Als der babylonische König Nebukadnezzar Jerusalem im 6. Jh. v. Chr. eroberte, begann Babylonische Exil begann. Diese Krise gab einen Anstoß, biblische Traditionen zu sammeln und zu verschriftlichen, der über Jahrhunderte hinweg wirkte. Noch in der Offenbarung des Johannes ist ein Nachklang der Erfahrungen mit Babylon greifbar, wo die Stadt als "große Hure" zum Decknamen für das machtgierige Rom wird. Wenn man Angaben beim Propheten Jeremia hochrechnet, kommt man auf etwa 20.000 Personen, die nach Babylon exiliert wurden – höchstens 10 Prozent der judäischen Bevölkerung! – darunter aber der größte Teil der wirtschaftlichen und religiösen Elite. Sie hinterfragten, was mit ihrem kleinen Volk geschah. Die Theologie des höchsten babylonischen Gottes Marduk gab eine gute Reibungsfläche ab, um die Gestalt des Gottes Israels JHWHs zu profilieren. Eher unbekannt ist, dass nur ein kleiner Teil der Exulanten in die Heimat Israel zurückkehrte. In Babylonien blühte dagegen das gelehrte Judentum auf, prägte für Jahrhunderte das gesamte jüdische Leben. Vor der Gründung des Irak 1932 lebten noch ca. 50.000 Juden in Bagdad.
So stellt dieses Heft die Stadt Babylon im 6. Jh. v. Chr. Vor, was man über das Leben der Exilierten weiß, wie und wo Babylon im Alten und Neuen Testament vorkommt und wie die Geschichte der Juden in Babylonien weiterging. "Der Turm von Babel und seine Bilder" wirft ein Schlaglicht auf das berühmte Motiv in der Kunstgeschichte und die Rubrik "Biblischer Alltag" erklärt dieses Mal, wie in der Antike mit Ziegeln gebaut wurde, so dass ein Turm zu Babel mit ca. 90 Metern Höhe überhaupt technisch möglich wurde.
Abgerundet wird die Ausgabe mit archäologischen Neuigkeiten, Ausstellungshinweise, Buchtipps und Internetlinks.

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