Apokalypse – Die Offenbarung an Johannes
Heft 52 (2/2009)
Das Wort „Apokalypse“ beschwört Bilder von Gewalt und kosmischen Katastrophen, von Weltuntergangsszenarien und unfassbarem Schrecken.
Das Ende ist nicht mehr aufzuhalten. Bilder und Filme vertiefen diese Vorstellungen. Doch entsprechen sie eigentlich den biblischen
Aussagen?
Während über Jahrhunderte die Bilder von Gewalt weitergegeben wurden, ist in den Hintergrund getreten, dass das letzte Buch des Neuen
Testaments, die Offenbarung an Johannes, geschrieben wurde, um Hoffnung zu wecken statt Angst zu erzeugen. Es will Mut für den Alltag
machen statt Resignation schüren und zur Entscheidung aufrufen. Daher enthält es neben Visionen von apokalyptischen Reitern, die Plagen
über die Erde werfen, und von Engeln, die Schalen des Zorns ausgießen, auch wunderbare Bilder von der Herrlichkeit Gottes, vom Sieg über
das Böse und vom himmlischen Jerusalem, glänzend wie ein kostbarer Edelstein.
Trotz seiner vielen Visionen, Bilder und Symbole ist das Buch der Offenbarung kein unrealistisches Buch. Es setzt sich auseinander mit
den konkreten politisch-gesellschaftlichen Gegebenheiten seiner Zeit. Dabei ist die Schlüsselfrage: Wem gehört die Erde? Wer regiert
diese Welt?
Mit dem Abstand von 1900 Jahren sind die Texte heute nicht mehr einfach zu verstehen, aber die Bilder entfalten immer noch ihre Kraft.
Die Reflexion auf gesellschaftlich-politische Gegebenheiten bleibt aktuell.
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