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Konstantinopel – Hauptstadt des Ostens

Heft 53 (3/2009)

Leuchtende Stadt“, „Königin der Städte“, „die Schöne“. Den Einwohnern Konstantinopels mangelte es nicht an Superlativen, um ihre Stadt zu beschreiben, an der sie so leidenschaftlich hingen. In der Tat baute Konstantin an der Stelle des alten Byzanz eine Stadt, in der jeder Stein, jedes Gebäude und jede Straße von der politischen Funktion des griechischen und christlichen Ostreichs zeugen sollte. So entstand Konstantinopel, das „neue Rom“, das bald alle anderen Städte des Römischen Reichs überstrahlte.
Mit der Gründung einer „christlichen Hauptstadt“ im Osten und mit der Zulassung des Christentums als offizielle Religion erhielt Konstantinopel höhere Bedeutung als die bisherige Metropole im Westen. Das Patriarchat der Kaiserstadt beanspruchte allerdings keine Führungsrolle gegenüber den anderen vier Kirchenzentren (Rom, Alexandria, Antiochia, Jerusalem), sondern deren Gleichstellung. Lange bevor Rom sich als Zentrum eines christlichen Großreiches etablieren konnte, übte Kons­tantinopel diese Funktion aus. Das gesamte christliche Glaubensbekenntnis wurde in dieser Stadt und ihrem Umfeld formuliert. Und auch später behielt Konstantinopel eine zentrale Bedeutung für den östlichen Teil der Kirche. Kontinuität und Vielfalt zugleich prägen diese Metropole, deren wechselnde Namen bereits eine bewegte Geschichte widerspiegeln: Das antik-heidnische Byzantion – das mittelalterlich-christliche Konstantinopel – das neuzeitlich-islamische Istanbul.



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