Maria und die Familie Jesu
Heft 54 (4/2009)
Maria, die wir als ehrwürdige Gottesgebärerin, zärtliche Mutter, prachtvolle Himmelskönigin, aufmerksam Zuhörende, gequälte Pietà oder
unbefleckte Jungfrau von Lourdes kennen, spielt erstaunlicherweise in den Evangelien des Neuen Testaments noch keine allzu große Rolle.
Erst im 3. Jh. wird ihre Gestalt und besonders das Thema der immerwährenden Jungfräulichkeit in der Theologie der Kirchenväter und in
apokryphen Evangelien ausgeweitet. Jetzt wird auch ihr irdisches Leben wichtig, ihre Eltern, Marias Geburt, ihre Jugend und ihr Tod –
Details, die für die Verfasser des Neuen Testaments offenkundig uninteressant waren. Nach dem Neuen Testament hat Jesus die eigene
Familie allerdings kritisch betrachtet. Markus, Matthäus und Lukas überliefern, dass er als seine wahren Verwandten seine Jüngerinnen
und Jünger verstand.
Diese Ausgabe von „Welt und Umwelt der Bibel“ stellt die Vielfalt des Marienbildes vor, von der biblischen Überlieferung über die
Apokryphen bis zu Kunstgeschichte und Marienfrömmigkeit. Die Beiträge zeigen religionsgeschichtliche Parallelen, die Umwelt Marias
und fragen nach dem biblischen Familienbild.
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